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Aus dem Nähkästchen geplaudert ;-)

Ich bin Therapeutin – und trotzdem nicht immer gelassen

Man könnte meinen, wer therapeutisch arbeitet, müsste selbst immer ruhig, ausgeglichen und souverän sein.

Doch so ist das Leben nicht.

Auch ich kenne Tage, an denen Gedanken kreisen, Situationen mich beschäftigen oder mir etwas nähergeht, als mir lieb ist. Ich kenne Momente, in denen ich nicht sofort eine Lösung habe und erst einmal wieder bei mir selbst ankommen muss.

Für mich bedeutet innere Ruhe deshalb nicht, immer entspannt zu sein.

Innere Ruhe bedeutet auch nicht, dass nichts mehr weh tut, dass es keine Konflikte gibt oder dass man schwierige Situationen einfach wegatmet.

Sie bedeutet vielmehr, sich selbst nicht zu verlieren.

Wahrzunehmen, was gerade geschieht. Zu erkennen, was man braucht. Und Schritt für Schritt wieder handlungsfähig zu werden.

Vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum mir meine Arbeit so wichtig ist.

Ich begleite Menschen nicht aus einer Position heraus, in der immer alles leicht, geordnet und gelöst ist. Ich begleite sie mit dem Wissen, dass das Leben uns manchmal fordert – und dass es nicht darum geht, niemals ins Wanken zu geraten.

Es geht darum, einen Weg zurückzufinden.

Zur eigenen Klarheit.
Zur inneren Stabilität.
Zum Vertrauen in sich selbst.

Dabei hilft es nicht immer, noch länger darüber nachzudenken, warum etwas so geworden ist.

Manchmal ist die wichtigere Frage:

Wie kann ich heute anders damit umgehen?

Wie kann ich mich beruhigen, ohne mich selbst zu verdrängen?

Wie kann ich Grenzen setzen, ohne mich schuldig zu fühlen?

Wie kann ich wieder Einfluss auf mein eigenes Erleben nehmen?

Das ist für mich gelebte innere Ruhe.

Nicht die Abwesenheit von Belastungen, sondern die Fähigkeit, sich selbst auch mitten im Leben wiederzufinden.

Und vielleicht beginnt Veränderung genau dort: nicht mit dem Anspruch, immer stark und gelassen sein zu müssen, sondern mit der Erlaubnis, ehrlich wahrzunehmen, wie es einem gerade wirklich geht.

Denn wir sind nicht erst dann gut, wenn wir immer ruhig, stark und gelassen sind. Wir sind gut, so wie wir sind – und dürfen trotzdem wachsen, lernen und uns verändern.

Ein Gedanke zu “Aus dem Nähkästchen geplaudert ;-)

  1. I Iris sagt:

    Vielen Dank für diese Zeilen. Es zeigt und hilft mir sehr den erlernten Anspruch, immer perfekt sein zu müssen loslassen zu dürfen.

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